Wie wird Rum eigentlich hergestellt? Die Rumherstellung

Die Rumherstellung

So wie alle Spirituosen hat auch der Rum und seine Herstellung eine lange Geschichte. Sie reicht etwa 350 Jahre zurück auf die Westindischen Inseln und erstreckt sich bis heute, wo ihn Kenner vom trockenen und leichten Cuba-Rum über den Puerto Rico und den Damara bis hin zum schweren, ausdrucksvollen Jamaica Rum schätzen. Zwischenzeitlich rettete der Rum britische Seeleute vor Krankheit und Tod, daneben spielte er eine Rolle als Zahlungsmittel im afrikanischen Sklavenhandel. Weil die englische Krone in diesem Zusammenhang sein Rum-Monopol in Gefahr sah, hatte sie 1733 den Melassehandel unterbunden und so seine Kolonie Westengland letztendlich zur Unabhängigkeitserklärung getrieben.
So vielfältig wie die Geschichte des Rums, so vielfältig ist er auch selbst: Von leichtem Cuba Rum und Puerto Rico, Santo Domingo, Haiti Rum, schwerer werdend zum Martinique, Barbados, Demerara und Trinidad bis zum Jamaica Rum, dem kräftigen Vertreter des massigen, ausdrucksstarken Typs.
Cuba Rum und Jamaica Rum sind die dominierenden Vertreter in den privaten Schränken und öffentlichen Bars Europas, daneben gelten die anderen Rumsorten mehr oder weniger als Exoten – und das im wahrsten Wortsinn.
Jamaica Rum und Cuba Rum unterscheiden sich im Geschmack, vielmehr aber noch in ihrer Herstellung.

Wie Rum hergestellt wird

Bei der Produktion von Zucker aus dem Saft des Zuckerrohrs bleibt ein Rückstand, den man Zuckermelasse nennt. Sie ist der eigentliche Grundstoff eines jeden Rums. Die eindrucksvollen Geschmacksunterschiede der diversen Rum-Typen ergeben sich erst durch die nachfolgende Behandlung.
Der Cuba Rum wird in kontinuierlich arbeitenden Patentapparaten mit 80 und mehr Vol.-% abgebrannt. Anschließend wird er mehrmals rektifiziert und über Sand und Holzkohle filtriert, bis er von sämtlichen Unreinheiten gesäubert ist. Dann setzt man ihm je nach Sorte geringe Mengen Sherry, Karamell oder Rosinen zu, filtert ihn erneut und lagert den Rum schließlich in unpräparierten Eichenholzfässern.
Wer einmal nach Havanna kommt, sollte sich davon überzeugen, dass die Rumfirmen in Cubas Hauptstadt ihren Besuchern auch heute noch jenen legendären, ausgezeichneten Daiquiri anbieten, von dem man in Kennerkreisen munkelt.
Die Herstellung des Jamaica Rum weicht erheblich von der Produktion des cubanischen Vertreters ab: Neben der Melasse wird von den jamaikanischen Brennereien auch der Schaum verwendet, der sich beim Kochen von Zuckersaft an der Oberfläche des Suds bildet. Anders als beim Cuba Rum findet die Gärung ohne den Zusatz von Zuchthefe statt. Die Maische wird von den Traditionsfirmen unter freiem Himmel aufgestellt; die in der Inselluft besonders reich vorkommenden Hefepilze bewirken in Verbindung mit den natürlichen Fermenten des Rohrzuckers eine starke Gärung. Nach etwa 20 Tagen ist dieser wilde Gärungsprozess abgeschlossen. In dieser Zeit bilden sich auch die für den Jamaica Rum charakteristischen Geschmacksstoffe. In Blasenapparaten wird das Destillat anschließend auf 70 bis 80 Vol% ausgebrannt, um dann sofort eingelagert zu werden. Dabei unterstützt feuchte Seeluft den Reifeprozess des Jamaica Rum wohl besonders intensiv. Die Lagerzeit eines guten Rums dauert 5 bis 8 Jahre.
Aus dem jeweiligen Herstellungsprozess resultiert auch die Verwendung des Rums in den verschiedenen Cocktails. Während Jamaica Rum seines kräftigen Ausdrucks wegen nur als Aroma bildende Komponente und in kleinen Mengen eingesetzt wird, dient Cuba Rum Bartendern wegen seines milden Aromas als üppige Grundlage zahlreicher Kreationen.

Ein Resümee

Cuba Rum und Jamaica Rum sind die weitverbreiteten Vertreter der Traditionsspirituose. Ihr Herstellungsprozess basiert auf Zuckermelasse – durch die Weiterbehandlung Genießen Sie Rum pur oder verwenden Sie ihn für Cocktails, Grog oder Punsch oder als aromatische, wärmende Beigabe zu Tee oder Kaffee.

Bildquelle: Beitragsbild von Diageo Germany GmbH

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