Whisky für Anfänger » Lern die Whisky Basics kennen!

Zugegebenermaßen ist es gar nicht so einfach den Überblick beim Thema Whisky zu behalten: Welche Whiskyarten gibt es? Ist Whiskey genau das Gleiche wie Whisky? Wie trinkt man den edlen Tropfen und woher kommt er eigentlich? Wir haben für euch einen kleinen Whiskyguide zusammengestellt, damit keine dieser Fragen unbeantwortet bleibt.

(Quelle: Kaktuslampan/Flickr.com)

(Quelle: Kaktuslampan/Flickr.com)

Whisky oder Whiskey?

Die „Lebenswasser“, die in Irland oder den USA ihren Ursprung haben, schreibt man mit einem e, also Whiskey. Whiskys, die in Schottland und dem Rest der Welt gebrannt werden, heißen Scotch oder Whisky (ohne e). Laut deutscher Rechtschreibung heißt der Überbegriff „Whisky“.

Wo kommt nun der Whisky her?

Iren und Schotten behaupten beide, dass ihr Land die Heimat des Whiskys sei. Wo er nun seinen Ursprung hat, ist jedoch ungeklärt. Ebenfalls unbekannt ist, warum die Schotten das „e“ im Namen einfach wegließen. Fakt ist jedoch, dass Schottland mit 40% Marktanteil weltweit führend in der Whiskyproduktion ist. Mit 138 Whiskybrennereien hat Schottland mit Abstand die höchste Brennereidichte der Welt (Quelle). 400 verschiedene Füllungen verlassen die schottischen Brennereien.

Natürlich wird nicht nur in Irland und Schottland Whisky gebrannt, Brennereien sind auch international vertreten, z.B. in Japan, Deutschland und den USA. Woher der Whisky stammt, steht auf dem Etikett oder der Beschreibung.

Welche Whiskys gibt es überhaupt?

Bevor man einen Whisky kauft, ist es ratsam, sich einen Überblick über die verschiedenen Whiskystile zu verschaffen.  Unterschieden wird hier nach Getreidesorte.

Single Malt Whisky: Wird aus 100% gemälzter Gerste destilliert und stammt nur aus einer Brennerei. Er gilt als der hochwertigste Whisky.

Scotch: Ein Scotch darf sich nur so nennen, wenn er aus Schottland stammt. Mindestens 3 Jahre muss er in einem Fass reifen und einen Alkoholgehalt von mindestens 40 % haben. Typische Reifejahre sind 10, 12, 18 oder 20 Jahre.

Die Whiskyregionen in Schottland.  Quelle: Rappilio/ de.wikipedia.org

Die Whiskyregionen in Schottland.
Quelle: Rappilio/ de.wikipedia.org

Grain Whisky: Stammt ebenfalls nur aus einer Brennerei und wird aus einer Mischung aus verschiedenen Getreiden destilliert. Eine typische Mischung ist 20% Gerste und 80% andere Getreidesorten, wie Weizen oder Mais. Oft werden Grains für Blended Whiskys benutzt.

Bourbon: Einen Bourbon nennt man einen Whiskey, der ausschließlich in den USA gebrannt wird. Für das Destillieren wird anstelle von Gerste Mais verwendet. Der Maisanteil muss mindestens 51% sein, darf maximal aber 79% betragen. Auch ein Bourbon muss mindestens 3 Jahre lagern.

Vatted Whisky: Vatted Whiskys sind ein Verschnitt aus mehreren Single Malts und können auch aus verschiedenen Brennereien stammen. Trotz der Mischung dürfen sie sich noch Malt Whiskys nennen. „Vats“ werden heute nur noch selten angeboten.

Blended Whiskys: Weltweit werden am meisten „Blended Whiskys“, die aus Malz und Industriewhisky gemischten Varianten, hergestellt. Sie machen 80% der Produktion aus (Quelle). Bei den Blends einer Marke gibt es keinerlei geschmackliche Abweichungen, sie schmecken immer gleich und sind oft viel milder als Single Malts. Obwohl das Herstellungsverfahren aufwendiger ist, als das der Single Malts, sind die Blended Whiskys preislich günstiger. Bekannte Blends sind Johnnie Walker und Ballantines.

Welchen Whisky soll ich kaufen?

Für den Einstieg empfiehlt sich ein Single Malt Whisky aus gleich mehreren Gründen: Im Vergleich zu den Blended Whiskys, also den Gemischten, ist der Geschmack eines Single Malt voller und reiner. Durch die spezielle Herstellungsweise des Single Malts entstehen unendliche Geschmacksvariationen – von Anis über Seetang bis hin zu Zedernholz lässt sich alles riechen und schmecken. Durch dieses große Potential, das der Single Malt zu bieten hat, ist er auch für  Whiskykenner interessant.

Mild, aromatisch oder doch rauchig?

Eine essentielle Frage bei der Whiskyauswahl ist, ob man ein rauchiges Aroma mag oder nicht. Viele Nichtraucher und Beginner mögen den zuerst dominanten Geschmack von rauchigem Whisky nicht. Doch der Geschmack ist auch davon abhängig in welchem Fass der Whisky lagert. Man unterscheidet drei verschiedene Fässertypen. In amerikanischen Ex-Bourbon Fässern wird der Whisky weich und bekommt ein mildes Aroma. In Sherry- oder Weinfässern, die aus Eichenholz gefertigt sind, bekommt der Whisky eine zarte Bitterkeit und eine sehr würzige Note. Die Balance aus beiden Aromatypen bekommt man durch das Finishing im Sherry- oder Weinfass. Dabei füllt man den Whisky nach mehreren Jahren um. Dadurch erhält man eine fruchtige, süße Note, ohne die Bitterkeit.

Wir haben eine mögliche Auswahl an „Einsteiger“ Whiskys für euch getroffen:

nicht rauchig

Im Bourbon Fass:  Aberfeldy 12 Jahre, Glenfiddich 15 Jahre , Glengoyne 10 Jahre

Im Sherry- oder Weinfass Finishing: Glenmorangie Lasanta, Glenkinchie Distillers Edition

Im 100 % Sherry oder Weinfass: Dalmore 15 Jahre

Einsteiger, die gern einen rauchigen Whisky probieren möchten, kommen mit dieser Auswahl auf ihre Kosten:

rauchig

Leicht rauchig: Highland Park 12 Jahre

Mittel rauchig : Ardmore Traditional Cask , Oban 14 Jahre

Stark rauchig: Ardbeg 10 Jahre , Lagavulin 16 Jahre , Caol Ila 12 Jahre

Wie trinkt man den edlen Tropfen?

nosingglasHumphrey Bogart und John Wayne haben ihren Whisky aus der Flasche oder einem kantigen Becher getrunken. Vergesst das lieber schnell, denn die edlen Tropfen trinkt man am besten aus einem sogenannten Nosingglas. Durch die Tulpenform bleiben so die Aromen wesentlich länger im Glas. Cognacschwenker und Grappagläser eignen sich ebenfalls.

Einige Malts schmecken pur am besten. Ist ein Whisky jedoch zu scharf, empfiehlt es sich ein paar Tropfen stilles, weiches Wasser hinzuzufügen. Manche Malts, so z.B. hochprozentige Fassstärkeabfüllungen, brauchen sogar einen ordentlichen Schuss Wasser, damit sie ihre Aromen voll entfalten können. Für die perfekte Wasserdosierung besser eine Pipette verwenden.

Die handelsüblichen Whiskys sind bereits auf circa 45 % verdünnt, eine weitere Zugabe von stillem Wasser ist hier nicht mehr nötig.

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