Global Player: Wer sind die Giganten im Spirituosen-Markt?

Diese Namen kennt man: Jim Beam, Johnnie Walker, Bacardi, Campari, Hennesy, Tullamore Dew, Havanna Club und viele andere. Doch stammen die zahllosen Marken, die sich in jedem gut sortierten Getränke-Markt oder im Fachhandel finden, von nur wenigen Global Players. Wir stellen einige der wichtigsten vor.

Diese Marken kennen die Meisten, aber welche Firmen stecken dahinter?

Diese Marken kennen die Meisten, aber welche Firmen stecken dahinter?

Diaego: Von einer kleinen Brauerei namens Guiness zum Branchenprimus

Diageo ist sogar unter den größten Herstellern von Spirituosen nochmal eine andere Liga – und dabei haben die meisten den Namen des Konzerns noch nie gehört, auch wenn sie sicher den einen oder anderen Tropfen verkostet haben.

Der britische Riese beschäftigt 36.000 Angestellte und setzte in 2013 knapp 15,5 Milliarden britische Pfund um. Und das nicht mit irgendwelchem Fusel. Zu Diageo gehören Marken wie der Whisky Johnny Walker, der Vodka Smirnoff, die Gins Tanqueray und Gordon’s – und so eine populäre In-Marke wie der Rum Captain Morgan’s. Auch den Sahnelikör Baileys und das Guiness-Bier hat der Konzern im Angebot.

Der ging übrigens aus einer Fusion von Guiness mit dem Hotel-und-Immobilien-Konglomerat Grand Metropolitan hervor. Ein weiter Weg von einer kleinen Brauerei in Dublin 1759 zum Branchenprimus heutiger Tage.

Pernod Ricard: Global Player mit französischen Wurzeln und speziellem Aroma

Pernod und Ricard sind zwei auf Anis basierende Spirituosen. Die beiden Hersteller dieser französischen Spezialitäten bauten getrennt voneinander ein erfolgreiches Unternehmen auf, doch erst ihr Zusammenschluss im Jahr 1975 beförderte sie in die erste Liga. Man kaufte kräftig hinzu und traute sich an höchst unterschiedliche Marken ran. Heute hat der Konzern Pernod-Ricard aus dem ganz speziellen Aroma von Anis ein Imperium erbaut. Zum französischen Konzern gehören solch unterschiedlichen Marken wie Becherovka, Havanna Club Rum, The Glenvilet oder der Absolut Vodka.

Bacardi: Von Kuba vertrieben, von der Welt geliebt

Bei Bacardi denkt die Welt an weißen Rum. Die Geschichte des Konzerns beginnt mit einem spanischen Einwanderer auf Kuba, wo man schon im 19. Jahrhundert eine Art stürmische Beziehung mit der Insel und ihren politischen Konflikten begann. Die Romanze sollte in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein jähes Ende nehmen.

Zwar unterstütze man zu Beginn der Revolution Fidel Castro, schwenkte dann aber auf Che Guevera um, was sich später rächen sollte. Nach dem Ende der Revolution wurde Bacardi enteignet und von Kuba vertrieben. Gut, dass man für so einen Fall vorgesorgt hatte und längst auch im Ausland produzierte und vertrieb. Heute ist Bacardi ein Weltkonzern, der sich, seit er 1993 mit Martini&Rossi fusionierte, in der obersten Liga etablieren konnte. In seinem Angebot finden sich neben Bacardi und dem Wermut Martini unter anderem der französische In-Vodka Grey Goose und der Bombay Sapphire Gin.

Brown Forman: Die Heimat von Jack Daniel’s

Brown Forman ist ein Whiskey-Unternehmen, wie man es sich vorstellt. Seit 1956 ist man die Heimat von Jack Daniel’s, einer der bekanntesten Marken der Welt. Gegründet wurde Brown Forman 1870 von einem jungen Mann namens George Garvin Brown mit einer simplen Vision: Er wollte ausgezeichneten Whisky verkaufen. Das hat sich gelohnt.

Heute ist die Firma noch immer im Besitz der Familie Brown, sitzt immer noch in Louisville, Kentucky, setzt aber Summen um, bei denen George Brown schwarz vor Augen geworden wäre. Im Jahr 2011 beschäftigte man knapp 4000 Angestellte, in 2012 machte man 3,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Neben Jack Daniel’s hat man noch den Kult-Likör Southern Comfort aus den Südstaaten als Marke unterm Konzern-Dach und zahlreiche andere Spirituosen, wie etwa Old Forester oder Canadian Mist.

Moët Hennessy: Cognac, Champagner, Mode

Möet Hennessy ist das Ergebnis einiger Fusionen. Zu Beginn stand der Cognac-Fabrikant Hennessy, der sich mit dem Champagner-Produzenten Möet&Chandon vermählte. Das Unternehmen wiederum ging mit dem Modehaus Louis Vitton eine Fusion ein.

Möet&Chandon kann bis auf die Zeit von Ludwig dem Vierzehnten, dem Sonnenkönig von Versailles, zurückblicken. Der für einen französischen Cognac ungewöhnliche Name „Hennessy“ lässt sich auch erklären: Ein Einwanderer aus Irland siedelte sich 1765 in der französischen Stadt Cognac an.

Heute gehören zu Möet Hennesy neben den Ursprungsbränden Spirituosen wie Glenmorangie oder Mercier und der erstklassige Champagner Dom Pérignon.

Suntory: Das ist kein Jim Beam, oder doch?

Der japanische Konzern Suntory sammelt Spirituosenunternehmen wie andere Leute Briefmarken. Mittlerweile gehört den Japanern unter Suntory Beam mit Jim Beam auch einer der bekanntesten Bourbon-Marken weltweit. Japanischer Whisky ist ohnehin auf dem Vormarsch, hier ist man verständlicherweise top aufgestellt.

In die Geschichte der Popkultur ging Suntory ein, als man 1970 Francis Ford Coppola für einen Werbespot nach Tokio flog. Der hatte seine Tochter dabei, die spätere Regisseurin Sophia Coppola. Die verarbeitete mehr als drei Jahrzehnte später diesen seltsamen Trip zum Kinowunder „Lost in Translation“.

Campari: Bitter macht lustig

1860 in Mailand gegründet, hat es der Konzern Davide Campari Milano ins Konzert der Großen geschafft. 14 Destillieren unterhält man weltweit und zahlreiche Marken, darunter so ungewöhnliche Brände wie Aperol oder den Bourbon Wild Turkey. Kein Wunder, gilt doch Campari selbst als kein Drink für jedermann.

Campari beschäftigt 4000 Mitarbeiter und ist zu einem Global Player geworden.

William Grant: Da kommt also der Scotch her

Natürlich darf auch Schottland nicht auf der Landkarte fehlen. William Grant und Söhne ist ein Familienunternehmen, das sich auf Scotch spezialisiert hat. Der Markenkatalog umfasst so klangvolle Namen wie Tullamore Dew, Glenfiddich und den irischen Whisky Balvenie. Mit dem Hendrick’s Gin hat man auch noch einen Top-Gin im Angebot.

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