Einmal um die Welt her-Rum: Bermuda

Bei Bermuda denken Menschen weltweit an das gefürchtete Bermuda-Dreieck, in dem Schiffe und Flugzeuge verschwinden. Das Bermuda-Dreieck hat die Phantasien vieler Autoren, Seefahrer und Phantasten befeuert. Doch die Inselgruppe im Atlantik dient auch als Sitz von Bacardi, der bekannteste Rum-Marke überhaupt. Auch die kleine Destillerie Gosling hat auf dem britischen Überseegebiet ihren Firmensitz.

Bermuda als Rum-Land? Ja, dabei wurde auf Bermuda nie Zuckerrohr angebaut.
Die Insel eignet sich mit ihrer günstigen Position zwischen der Neuen und der Alten Welt allerdings seit jeher als idealer Ort für einen Handelsplatz.
Die Bermudas haben wenig mehr als 60.000 Einwohner und bestehen aus 360 Koralleninseln. Nur 20 von ihnen sind bewohnt. Die ersten Siedler der Insel waren Schiffbrüchige, die auf der Insel ihre Rettung fanden.
Ein paar Jahrhunderte später dienen die Bermudas immer noch als sicherer Hafen, allerdings für Geld. Denn die Inseln gelten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als ein Steuerparadies. Man darf vermuten, dass dieser Umstand auch Bacardi angezogen hat.

Bacardi: Der Rum-Riese mit kubanischen Wurzeln

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Die Firma Bacardi steht heute stellvertretend für Rum überhaupt. Viele Menschen, die sich einen Bacardi bestellen, wissen nicht einmal, dass sie Rum trinken. Sie trinken einfach Bacardi. Doch sollte man die Allgegenwärtigkeit von Bacardi nicht mit einer Allerweltsmarke oder einem Massenprodukt gleichsetzen. Denn sie besitzt Tradition und eine außergewöhnliche Geschichte.

1862 gründete Facundo Bacardí i Massó in Santiago de Cuba die Bacardi Brennerei. Ursprünglich stammte Facundo aus Katalonien in Spanien. Die Fledermaus auf dem Logo von Bacardi gilt auf Kuba als Glückssymbol.
Und Glück war Bacardi von Anfang an beschieden. Das Unternehmen florierte. So wurden – für Kuba ungewöhnlich – sogar Zweigstellen in Industrieländern eröffnet. 1910 machte die erste Abfüllanlage in Barcelona auf. Von der Neuen Welt eroberte Bacardi die Alte zurück.

1959 nahm die Erfolgsgeschichte von Bacardi auf Kuba allerdings ein jähes Ende. Dabei hatte sich die Familie im Revolutionskrieg sogar mit Fidel Castro solidarisch gezeigt, gar ein Banner „Gracias Fidel“ auf dem Firmengelände entrollt. Doch der Kurs Kubas änderte sich rasch und es half nichts: Die Bacardi-Familie wurde ohne Entschädigung enteignet.

Ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Rum-Familien teilte. Diesem Exodus von Rum-Wissen aus Kuba haben Rum-Kenner heute die diverse Rum-Landschaft in der Karibik zu verdanken. Ein Rum-Brain-Drain sozusagen.

Bacardi wurde nicht so stark von der Enteignung getroffen wie andere kubanische Rumproduzenten. Das lag an ihrer gewaltigen Größe und den zahlreichen Niederlassungen im Ausland. Man fiel weich. Deshalb konnte Bacardi, trotz der Verluste in Kuba, den Aufstieg zum führenden Rum-Produzenten weltweit fortsetzen. Das Unternehmen ist heute der größte Spirituosenhersteller, der sich noch in Privatbesitz befindet. Er hat 38 Produktionsstandorte weltweit. Der Firmensitz liegt – wahrscheinlich aus Steuergründen – dabei auf den Bermudas.

Natürlich ist Bacardi für die hohe Qualität der Standard-Produkte bekannt. Allerdings hat das Haus auch einige außergewöhnliche Premium-Marken in Ihrem Sortiment. Wir empfehlen als Abstecher in die Karibik den Bacardi 8 Anos Reserva Superior, einen Rum der Sonderklasse mit harmonischem Geschmack und einem weichen Mundgefühl.

Gosling Brothers: Auf halbem Weg sesshaft geworden

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Die Geschichte von Gosling ist typisch für die späte Kolonialzeit und das frühe 19. Jahrhundert. Mit Waren im Wert von 10.000 Pfund machte sich James Gosling, der älteste Sohn eines Weinhändlers aus London, dazu auf, in der Neuen Welt sein Glück zu suchen. Allerdings schaffte er es nicht über den großen Teich, sondern strandete in Bermuda, weil irgendetwas auf der Reise schief gelaufen war. Anstatt weiter zu segeln, blieb er einfach da und gründete ein Unternehmen.

1860 begann man mit dem Blenden, also dem Verschneiden, von verschiedenen Rumsorten aus der Region. Dabei bewiesen Gosling und seine Nachfahren ein so gutes Händchen, dass sie als Geheimtipp gelten.

Als Einstieg in das Sortiment der Goslings empfehlen wir den Gosling Black Seal Dark Rum. Dabei handelt es sich um einen besonders süßen und vollmundigen Tropfen.

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