Das Whisky Tasting » Verkosten wie die Kenner !

Ihr wollt gern neue Whiskys in geselliger Runde probieren? Egal ob Anfänger oder Experte: Eine Whiskyverkostung ist immer ein Erlebnis! Im Zentrum einer Verkostung, auch Tasting genannt, steht das unvoreingenommene Kennenlernen neuer Whiskys. Das bereitet bekanntlich dem Kenner genauso viel Vergnügen wie dem Neuling. Damit ihr euch aber nicht völlig auf einem Tasting blamiert, haben wir hier für euch alle wichtigen Infos zusammengetragen.

Vor dem ersten Schluck

Doch bevor es überhaupt losgeht: Der Whisky sollte zwischen 15-18 Grad haben, Zimmertemperatur ist aber auch in Ordnung. Anders als bei z.B. Rotwein, wird die Flasche erst beim Einschenken geöffnet und danach wieder verschlossen. Um nicht den Geschmackssinn zu beeinflussen, sollte man nicht unmittelbar vor einer Verkostung rauchen – auch auf duftende Blumengestecke oder Parfüm sollte verzichtet werden.

Das richtige Glas

Bestellt man in einer durchschnittlichen Bar einen Whisky, wird dieser leider oft in sogenannten Tumbler Gläsern mit Eis serviert. Das ist nicht nur verwerflich, weil das Eis die Aromen des Whiskys zerstört, sondern auch weil es das völlig falsche Glas für den edlen Tropfen ist. Das Geschmackserlebnis beginnt bereits im Glas! Geeignete Gläser für eine Whiskyverkostung verjüngen sich nach oben hin und sind auch unter dem Namen „Nosing Gläser“ bekannt (Quelle). Die verschiedenen Aromen können sich in deren Bauch entfalten und konzentrieren sich Richtung Nase. Diese Glasart ist auch sehr dünnwandig – somit kann die Handwärme die Whiskynuancen besser zum Entfalten bringen.  Aber Vorsicht! Wärmt man ihn zu lange, löst sich der Alkohol vor den Geruchsstoffen und überdeckt diese. Durch die nach oben hin schmaler werdende Form werden die Whiskyaromen  im Glas eingefangen. Wer seinen Malt besonders zur Geltung bringen möchte, serviert ihn in einem Kristallglas.

Das Erscheinungsbild

Auch durch die Farbe des Whiskys kann man Rückschlüsse auf die Reifung und das verwendete Holz des Fasses ziehen. Gießt ca. 1 bis 2 cl in ein Nosing Glas und betrachtet die Farbe genauer – dies sollte vor einem farblich neutralen Hintergrund geschehen. Den Tropfen schlicht als „hell“ oder „dunkel“ zu bezeichnen, ist zu lapidar. Die Beschreibungen reichen von gelbgold, strohblond über sirup- bis hin zu bernsteinfarben (Quelle). Mitunter helfen die Destillierer aber auch etwas nach und färben den Whisky.

Schwenkt man den Whisky im Glas vorsichtig und benetzt die Wände des Glases, beobachtet man im nächsten Schritt die Schlierenbildung und das Herablaufen des Whiskys. Das Resultat dieses Prozesses bezeichnet man auch  als „Beine“. Bei einem hohen Alkoholanteil sind diese ziemlich lang. Je länger das Verschwinden dieser Schlieren dauert, desto höher die Anzahl der Öle und desto voller ist der Whisky.

Die Verkostung

Das Nosing

Die Deckel halten die Aromen im Glas.Bildquelle: Megoizzy/ Flickr.com

Nur keine Eile! Bevor der erste Schluck des Whiskys getrunken wird, riecht man beim sogenannten „Nosing“ erst einmal daran. Wer nun sofort seine Nase tief in das Glas steckt, wird nicht viel mehr als den beißenden Alkoholgeruch wahrnehmen. Man sollte es viel mehr behutsam angehen und sich dem Whisky langsam annähern. Immer noch kein Geruch? Dann schwenkt das Glas noch einmal und beugt eure Nase vorsichtig über das Glas. Es gibt übrigens auch einen Unterschied mit welchem Nasenloch ihr am Whisky riecht. Die meisten Menschen haben zwei unterschiedlich große Nasenlöcher. Durch das größere Nasenloch strömt die Luft langsamer und so bleiben mehr Gerüche haften. Um möglichst viele Geruchsimpressionen zu bekommen, sollte man den Kopf über dem Glas leicht hin und her schwenken.

Nun gilt es das Gerochene zu beschreiben. Nur nicht schüchtern sein, bei Whiskytastings hört man oft die interessantesten Geruchsassoziationen! Braucht ihr etwas Hilfestellung beim Kategorisieren des Gerochenen, dann sucht einfach online nach einem „Whisky Wheel“ und bringt es zur Verkostung mit.

Der Geschmack

Nun kann man endlich den Whisky kosten. Die Weisheit der schottischen Braumeister lautet „ Der Whisky bleibt so viele Sekunden auf der Zunge, wie er alt ist!“. Whiskykenner schwören auf die Methode den Whisky zu kauen oder zu schlürfen, denn so verbindet sich dieser mit Sauerstoff im Mund. Behaltet den Whisky zunächst im vorderen Mundraum und schiebt ihn nach und nach zum hinteren Teil der Zunge. Dort sitzen die Geschmacksrezeptoren für Bitterkeit. Verteilt man also den Whisky sofort im ganzen Mund, kann dieser schnell nur noch bitter schmecken. Beim Geschmack gilt das gleiche wie schon beim Nosing, auch hier helfen die Whisky Wheels beim Erkunden der Geschmacksvielfalt. Lasst den Whisky ganz bewusst auf euch wirken, probiert mehrfach, riecht noch einmal daran, lasst ihn erneut auf euch wirken. Damit ihr euch auch noch Jahre später an eure Tastingergebnisse erinnern könnt, ist es hilfreich wenn ihr es in einem individuellen Bewertungsbogen notiert. Kriterien könnten z.B. sein: Farbe, Aroma, Geschmack, „Beine“ und sonstige Bemerkungen.

Verdünnen

So lieber nicht! Eis hat im Whiskyglas nichts verloren.Bildquelle: Dominicotine/ Flickr.com

Wenn der Alkoholgeruch beziehungsweise Geschmack zu dominant ist, verdünnt man einen Whisky. Bei 40% macht das nicht viel Sinn, doch gerade Whiskys mit Fassstärke können aufgrund ihrer hohen Prozente ihr Aroma– und Geschmackspotential nicht völlig entfalten. Auf gar keinen Fall fügt man Eis hinzu, dieses verdünnt den Whisky nicht, sondern verwässert ihn. Oftmals fügt man sehr kleine Wassermengen nach und nach mit einer Pipette hinzu, bis man den Eindruck bekommt, dass sich alle Aromen entfaltet haben (Quelle). Wichtig ist, dass das Wasser keine Kohlensäure enthält und weich ist. Stille Wasser wie Evian eignen sich, aber auch gefiltertes Leitungswasser erfüllt diesen Zweck sehr gut.

Der Abgang

Als Abgang bezeichnet man den Geschmack, den der Whisky im Mund hinterlässt. Brennt es noch? Verfliegt der Whisky schnell oder dauert der Nachklang noch einige Sekunden an? Bevor der nächste Whisky probiert wird, sollte man seine Geschmacksnerven mit Weißbrot neutralisieren. Riecht man an seiner unparfümierten Haut hat den gleichen Effekt für den Geruchssinn.

In dem Sinne: Sláinte Mhath !

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